AUCH IN REGENSBURG...

...sieht man sich! Die Fangemeinde versammelte sich (diesmal noch zahlreicher als bei der letzten Tour), um mit dabei zu sein. Großartige Fanchöre (Die Regensbuger Domspatzen sind nüscht dagegen!) und große Stille bei den leisen Tönen. AnNa machte Peter in einer Ansage gleich 141 Jahre alt... Dafür hat er sich aber noch gut gehalten! Es war ein lustiger Abend, der anschließend in Autos und Bussen endete... Es ging direkt nach München weiter. Im Hotel haben wir Jogi Löw getroffen (Fußballfreunde wissen Bescheid!) - da musste Jens auch gleich mit aufs Bild...

HIER GEHT'S ZU DEN BILDERN

...werden Rosenstolz

ALLES ÜBER UNS
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1991

Dezember: AnNa trifft Peter in seiner ersten Berliner Wohnung
– 2. Hinterhof, Klo halbe Treppe tiefer. Es funkt sofort und sie nehmen gleich einen ersten Titel in Peter’s Küche auf.

 

1992

Sie schreiben Songs wie die Wilden und nehmen sie auf Kassetten auf. Und schließlich wagen sie sich das erste Mal auf die Live-Bühne. Ein Fiasko ohne Ende. Weitere Live-Auftritte. Und es wird immer besser. Bei einem treffen sie auf Tom Müller (Produzent von Nina Hagen), der sofort mit ihnen arbeiten will. Erste Studio-Produktionen folgen bald. Im Dezember ist das Debut-Album SOUBRETTE WERD’ ICH NIE draußen.
Das Album damals ein Mega-Flop. Heute absoluter Kult. Auch wegen »Ich geh auf Glas«, »Königin« oder »Schlampenfieber«.

 

1993

Es geht weiter. Mit neuen Songs, mit weiteren Live-Auftritten (die immer besser werden) und mit einer langsam wachsenden Fangemeinde. Im Sommer und Herbst gehen AnNa und Peter wieder in’s Studio, um an einem neuen Album zu arbeiten. Zwischendurch spielen sie da, wo man sie haben will. Von ihrem Produzenten gibt es jeden Monat Taschengeld – damit halten sie sich knapp über Wasser. Und das hält ihnen Rücken und Kopf frei, um sich ausschliesslich um ihre Musik kümmern zu können.

 

1994

NUR EINMAL NOCH heißt das zweite Album, kommt im Frühjahr – und klingt schon viel besser. Der Geheim-Tip Rosenstolz hat sich rumgesprochen und vor allem live rumgespielt, so daß schon ein paar CDs mehr über die Ladentische wandern. Zur Single Nur einmal noch drehen sie ein Low-Budget-Video, das ab und zu auf einem Berliner Regional-TV-Sender läuft. Aha! Phänomenaler Erfolg in Berlin: der Konzertclub »Die Wabe« ist mit 300 Leuten fast ausverkauft, die Stimmung euphorisch, das Konzert ein rauschendes Fest. Und das Album bringt Alltime-Rosenstolz-Klassiker wie »Die Zigarette danach« und eben jenes »Nur einmal noch« hervor.


1995

Mittlerweile arbeiten AnNa und Peter an ihrem dritten Album. Es wird MITTWOCH IS’ ER FÄLLIG heißen – und soll den Durchbruch bringen. Sie investieren ihr halbes Leben und ihr ganzes Geld in eine teure Videoproduktion, um einen Clip zu produzieren – der dann doch von keinem TV-Sender gezeigt wird… Aber: ihre Konzert-Touren werden länger, die Band besser, die Clubs größer. In Berlin wagen sie den ganz großen Schritt und buchen für ihre aktuelle Tour das »Metropol«. Die 1000 Tickets waren zeitig ausverkauft, so daß ein Zusatzkonzert angesetzt werden musste. Ein erstes Gefühl von Wahnsinn! Das Album hingegen quält sich über die Ladentische, aber die Fans lieben es. Der Song »Lachen« wird zur Hymne. Und ohne den gibt’s auch heute kein Rosenstolz-Konzert. Ganz mutig drehen sie auch dazu einen Videoclip. Der findet in der Öffentlichkeit allerdings nicht statt und kommt nicht zum Einsatz. Einzige Ausnahme auch hier: das Berliner Regionalfernsehen, das die Fahne für ihre Lokal-Matadoren lustvoll hoch hält.

 

1996

Ein entscheidender Schritt: Mittlerweile sind auch größere Plattenfirmen auf Rosenstolz aufmerksam geworden. So wechseln AnNa und Peter vom kleinen Label Traumton zu Polydor. Die Zukunft sieht prächtig aus. Jetzt könnte endlich der ersehnte Sprung in die Charts klappen. Sie produzieren entspannt und voller Enthusiasmus ihr neues Album OBJEKT DER BEGIERDE. Das ist es auch! Denn mittlerweile hat sich die Fangemeinde hochgradig verdoppelt und verdreifacht... Begierde liegt in der Luft! Mit Sex im Hotel gibt es eine gewagte Single-Auskopplung. Dafür aber kein Video von der Plattenfirma. Und auch kein VIVA oder MTV. Das Album läuft gut, verpasst aber knapp die Charts. Live wird’s langsam groß und in den kleinen Hallen zu eng. Propaganda von Mund zu Mund funktioniert hervorragend und so kommen die Leute in die Konzerte, um die Objekte ihrer Begierde ganz nah und live erleben zu können.

 

1997

Mühsam geht es die Leiter hoch. DIE SCHLAMPEN SIND MÜDE heißt das Album im Herbst. Und die Beharrlichkeit zahlt sich langsam aus. Es springt auf 33 in die Charts und hält sich sogar ein paar Wochen. Ohne Radioeinsätze, ohne Musik-TV. Aber mit grenzenloser Fan-Liebe. Die Winter-Tour hinterläßt überall entflammte Herzen und wilde Seelen. AnNa und Peter schreiben ihr erstes kleines Büchlein, weil sie von einem Verlag gefragt wurden, und nennen es knapp »Lieb mich wenn du kannst, nimm mich, nimm mich ganz«. Darin erzählen sie alles, was es bis hierhin zu erzählen gab. Jetzt haben sie das Gefühl, auf einem richtig guten Weg zu sein.

 

1998

Da wird’s problematisch. Sie werden gefragt, ob sie nicht Lust hätten, am deutschen Vorentscheid zum Grand Prix mitzumachen. Nee, das ist eigentlich nicht ihr Ding, überhaupt nicht. Aber: die Show sollte revolutioniert werden, entstaubt, jung. Ja, dann doch! Sie starten mit Herzensschöner, werden Zweite hinter Guildo Horn, sind aber die heimlichen Sieger. Wunderbar! Um den echten Grad Prix rumgekommen, aber Sympathiebekundungen von allen Seiten. Die Single schafft es auch in die Charts und geht auf Platz 32. Man kommt fast in Feierlaune! Jetzt, nach fünf Alben, ist es auch Zeit, mal das Beste auf eine CD zu packen. Die heißt schlicht ALLES GUTE – und ist auch gut. Vor allem macht sie Unglaubliches: Plaziert sich von Null auf 10 in den Charts. Und nun?

 

1999

Sie geben ZUCKER. Das Album geht sofort auf die 2 und bleibt wochenlang in den Charts. Die Zucker-Tour wird grandios. So toll, daß sie auf CD gebracht wird. ZUCKERSCHLAMPEN:LIVE geht direkt auf Platz 5. Zwischendurch vereinen sich Rosenstolz mit Hella von Sinnen zum Traum-Trio und geben mit Ja, ich will ein ganz persönliches und kräftiges Statement zur Homo-Ehe ab. Mit ›Star-Regisseur‹ Marcus Sternberg drehen sie einen bunten Clip. Der kommt allerdings kaum zum TV-Einsatz. Keiner weiß so recht, warum das so ist. Na und!

 

2000

Rosenstolz verwirren und überraschen! Mit Amo vitam bringen sie einen Song auf lateinisch raus. Marcus Sternberg dreht einen einfachen, aber ästhetisch anspruchsvollen Clip. Und die Musik-Sender schlagen zu! Das aktuelle Album heißt KASSENGIFT – und das sind Rosenstolz jetzt aber gar nicht mehr. Es schießt direkt auf Platz 1 der Charts, wird vergoldet - und bleibt für weitere 11 Wochen in den Chartlisten. Auf Tour wird’s knackig voll und eng, obwohl man schon in größere Hallen umgezogen ist. AnNa und Peter genießen und haben Spaß.

 

2001

Im Frühjahr gibt es was Besonderes: die Doppel-CD-Edition Total Eclipse/Die schwarze Witwe – Rosenstolz im Duett mit Nina Hagen und Marc Almond. Schön verrückt. Rosenstolz eben!
Ein neues Album soll es in diesem Jahr nicht geben. Dafür aber nach der erfolgreichen »Sanfte Verführer Tour« eine Single. Mit ES KÖNNT’ EIN ANFANG SEIN gehen Rosenstolz musikalisch neue Wege. Geradliniger Pop mit guten Hooks. Die Single geht von Null auf 8 in die Charts und hält sich insgesamt 12 Wochen. Ein gutes Jahr!

 

2002

Im Sommer gibt es die brandneue Single STERNRAKETEN. Sieht so aus, als hätten viele auf einen fröhlichen Pop-Song gewartet. AnNa und Peter schlüpfen in kreischend orangene Adidas-Anzüge und jagen im Video imaginäre Ufos. Das kommende Album heißt eindringlich MACHT LIEBE, geht auf 3 in die Charts und wird von den Charts 22 Wochen geliebt. Die anschließende Tour ist ausverkauft, hat 100.000 Zuschauer und ist irgendwie der blanke Wahnsinn. Allein in Berlin müssen Rosenstolz sieben Konzerte in der ausverkauften Columbiahalle geben.
Im Herbst gibt es eine zweite Single aus dem Album. ES TUT IMMER NOCH WEH erscheint als prall gefüllte Maxi mit vier weiteren, brandneuen Songs. Unter ihnen »Laut« – eine Ballade, die auf den Konzerten für Furore sorgte. Zu ES TUT IMMER NOCH WEH dreht Jörn Heitmann ein geniales Video, das später von VIVA mit einem Cometen bedacht wird. Großes Kino! Zischendurch feierten AnNa und Peter das 20-Jährige-Jubiläum mit Nena und sangen mit ihr »Du kennst die Liebe nicht«.
Noch was: im Sommer heiratet Peter seinen Freund Ulf – unter Getöse und mit viel Medienrummel. Einen Tag vor Weihnachten zieht AnNa nach und feiert ebenfalls Hochzeit, das aber fast ganz heimlich und sehr still.

 

2003

Eigentlich ist Pause angesagt. Aber Studiosessions im Januar brachten WAS KANN ICH FÜR EURE WELT hervor – und das musste einfach raus! Also: eine Extra-Single im Mai, die es ordentlich krachen ließ. Von 0 auf 12 in die Charts und für 9 Wochen drin. Vorher gab es aber im Februar schon mal eine ECHO-Trophäe. Die macht sich gut in der Schrankwand! Live ist live! Das wissen die Fans (und lieben es), das wissen auch Rosenstolz – und lassen eines ihrer Konzerte mitschneiden. Im Juni gibt es LIVE AUS BERLIN, die »Macht Liebe Tour« auf CD und DVD. Ein emotionaler Leckerbissen für die Fans, eine wunderbare Möglichkeit für alle anderen, Rosenstolz für sich zu entdecken. Im Sommer gab es die erste »Rosenstolz Open Air Tour«. Zwischen Himmel und Erde. Live und draussen. Tourabschluß in Berlin mit 17.000 Fans. Traumhaft!
Nach Urlaub und Relaxen ging es wieder in’s Studio. Ein neues Album sollte es geben!

 

2004

Die neue Single LIEBE IST ALLES erscheint im März. Für den Videodreh konnten sie den renommierten Regisseur Philipp Stölzl (Evanescence, Madonna) gewinnen. Das neue Studioalbum ist da. Nach einem ganzen Jahr voller Arbeit gibt es HERZ. Das Persönlichste, Näheste und Wahrste was sie geben können...
Ein riesen Erfolg! Gold nach nur einer Woche, Platin kurz darauf. Die Fans stürmen die neue Tour, Besucherrekord.
Das Album HERZ bringt gleich vier Top Ten Singles hervor. Darunter das wahnsinnig schöne LIEBE IST ALLES, das kraftvolle WILLKOMMEN und das sehnsüchtige ICH WILL MICH VERLIEBEN. Dazu kommen Preise, wie VIVA Comet, Die goldene Stimmgabel, und der TV-Ritterschlag mit einem Auftritt bei „Wetten, dass...“  Ein Glücksjahr für AnNa und Peter!

 

2005

Rosenstolz machen den ultimativen Schnitt und kündigen ein Pausenjahr an. Das ziehen sie auch durch, nutzen die Zeit intensiv und nehmen entspannt ein neues Album auf. Parallel planen sie eine neue Tour für 2006.

 

2006

Schon im Januar startet ihre neue Single „ICH BIN ICH (WIR SIND WIR) – und wird zu einem regelrechten Hit des Jahres. Das erste Single-Gold für Rosenstolz. Ihr Album DAS GROSSE LEBEN erscheint – und bricht sämtliche Rekorde. Platin in Rekordzeit.
Die Folgesingles schlagen ebenso ein und werden bundesweite Radiohits: NICHTS VON ALLEDEM (TUT MIR LEID), ICH GEH IN FLAMMEN AUF, AUCH IM REGEN.
Die Tour wird zu einem wahren Triumphzug. 36 Konzerte mit tausenden begeisterten Besuchern. Tourfinale in Berlin: dreimal die ausverkaufte Kindl-Bühne Wuhlheide mit über 50.000 Zuschauern.
DAS GROSSE LEBEN überschreitet die magische 1-Millionen-Grenze (das schaffte lediglich Herbert Grönemeyer mit „Mensch“ ein paar Jahre zuvor) und wird zum erfolgreichsten Album des Jahres sowohl national als auch international in Deutschland.

Das bisher größte Rosenstolz-Jahr. Ein Jahr wie ein Rausch.

 

2007

Keine Rückzugsmöglichkeit für AnNa und Peter. Für den Sommer haben sie eine kürzere Open-Air-Tournee angekündigt. Es regnet wichtige Preise: DIVA Award, Die Goldene Kamera, Fred Jay Preis, Paul Lincke Ring. Trotzdem bleiben AnNa und Peter standhaft mit beiden Füßen auf der Erde, schließen sich, so oft sie die Möglichkeit dazu haben, in ihr Studio ein, um an neuen Songs zu arbeiten. Ihre aktuelle Single AUS LIEBE WOLLT ICH ALLES WISSEN veröffentlichen sie als Benefiz-Maxi zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung. Ergänzend dazu stellen sie ein exklusives Benefiz-Konzert auf die Beine, das am 18. Juni in Berlin stattfindet und von dem sämtliche Einnahmen (!) gespendet werden. Beim Konzertfinale überreichen AnNa und Peter der Deutschen AIDS-Stiftung einen Scheck über 100.000 Euro.

 

2008

Im September erscheint das neue Album DIE SUCHE GEHT WEITER. Vorab die Single GIB MIR SONNE, die raketenschnell zum Hit wird und die magische Gold-Marke überschreitet. Das Album geht direkt auf Platz 1 der Deutschen Charts, erreicht in kürzester Zeit Doppel-Platin und wird auch in Österreich und der Schweiz vergoldet.
Unter dem Motte „Bist du dabei“ gehen AnNa und Peter im Winter auf große Deutschland-Tournee, ihre aufwändigste und größte bisher. Ausverkaufte Hallen, glückliche Menschen, begeisterte Zuschauer.
Mit ihrer zweite Single-Auskopplung WIE WEIT IST VORBEI wagen Rosenstolz etwas ganz Neues: Das Video zu dem Lied drehen sie in Grönland und erzählen darin in eindrucksvollen und episch breiten Bildern Momente aus dem Leben eines einheimischen Inuiten.

 

2009

Nach dem Jahreswechsel geht die Rosenstolz-Tournee weiter. Aufgrund der riesigen Nachfrage werden Zusatzkonzerte für den Sommer angesetzt.
Für Februar ist ein weiterer Höhepunkt für AnNa und Peter geplant – ein erneuter Fernsehauftritt bei „Wetten, dass...?“. Die Januarkonzerte laufen prima, bis es dann zu einem dramatischen Vorfall kommt. Während des Konzertes in der Hamburger Colorline Arena bekommt Peter Panikattacken, muss die Bühne verlassen und wird notärztlich versorgt. Nach drei Titeln ist er wieder auf der Bühne und erlebt ein enthusiastisches Konzert. Positiv verlassen alle die Konzerthalle und freuen sich auf das Konzert am nächsten Tag. Dann aber erlebt Peter einen erneuten Zusammenbruch, der ihn dazu zwingt, die letzten zwei Konzerte der Tour abzusagen. Plötzlich ist nichts mehr wie es war. Kein Boden unter den Füßen. Kein Halt. Eine große Leere.
Nach der Diagnose Burn-out zieht Peter die Notbremse – AnNa und das Rosenstolz-Team stehen dahinter. Jetzt heißt es erst mal Rückzug, Besinnung, Gesundung. Rosenstolz gehen in eine „Zwangspause“ mit offenem Ausgang.
Trotzdem – oder gerade deswegen – beschließen sie, an der geplanten Live DVD, ein Konzertmitschnitt aus der Münchner Olympiahalle, weiter zu arbeiten und sie im April zu veröffentlichen. Auch die geplante Single „Blaue Flecken“ erscheint Anfang April. Sie überrascht mit einer brandneuen Solo-Nummer von Peter „Susi im roten Kleid“, die schon Wochen vorher durch’ s Internet geisterte und für Verwirrung sorgte. Zusätzlich hatten AnNa und Peter einen weiteren, bisher unveröffentlichten, Titel im petto, der von den Fans begeistert aufgenommen wurde: „Alles ist erleuchtet“.
Das Album erreicht mittlerweile Doppelplatin. Im Februar bekommen Rosenstolz zwei ECHOs (Bestes Video „Gib mir Sonne“; Echo für Soziales Engagement) verliehen, die AnNa jeweils allein in Empfang nimmt. Eine einsame Mission, die sie Kraft gekostet hat.
Im September sorgten AnNa und Peter für eine weitere Überraschung. „Ich bin mein Haus“, einer ihrer Lieblingssongs vom Album DIE SUCHE GEHT WEITER, erscheint in einer völlig überarbeiten Version als Limitierte Maxi CD (5000 Stück), die zusätzlich vier weitere Neuversionen von Titeln des Albums enthält. Das Video zu „Ich bin mein Haus“ ist ein Zusammenschnitt von absoluten Rosenstolz Highlights, auf und hinter der Bühne. Es endet mit der Schrifttafel: „Wir sehen uns wieder! AnNa + Peter“ Mit dieser Aussage erfolgte der endgültige Rückzug von Rosenstolz aus der Öffentlichkeit. Eine länger geplante Pause, ähnlich wie 2005, sollte ihnen genug Freiraum geben, um an neuen Songs zu arbeiten.

 

2010

Das Pausenjahr!
Pause klingt gut, heißt bei AnNa und Peter eher: Keine Öffentlichkeit, keine Interviews, keine Auftritte. Bedeutet aber auch, dass sie kreativ sind, an neuen Songs arbeiten, Ideen entwickeln. Peter war schon 2009 extrem kreativ, hat viele neue Lieder geschrieben, oft allein, oft mit seinem Partner Ulf. 2010 sollte auch ein Jahr des Zurücklehnens sein, wurde aber eher zu einer Zeit des entspannten Arbeitens. AnNa und Peter sind regelmäßig
im Studio, probieren neue Songs aus, tüfteln an Sounds, diskutieren Inhalte. „Wir sehen uns wieder“ haben sie sehr ernst gemeint. Und daran werden sie sich halten.

Aber erst mal ist... Pause!

(Wird fortgesetzt)

AnNa + Peter

AnNa

Geburtsdatum: 25.12.1969
Geburtsort: Berlin

Am 25. Dezember 1969 kam AnNa in Berlin zur Welt. Das Singen wurde Ihr wohl schon mit in die Wiege gelegt, denn Sie fing schon als Kind mit der Singerei an. Nach der Schulzeit sang sie sogar beim "Berliner Lehrerensemble". Das war allerdings nur von kurzer Dauer. Wer hat schon Lust neben seiner ehemaligen Russisch-Lehrerin Stücke aus dem Freischütz von sich zu geben? AnNa gehörte jedenfalls nicht dazu. Gott sei Dank. Wer weiß, was sonst aus ihr geworden wäre? Also ein neuer Versuch und ein Fehlschlag! Es war die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Friedrichshain. AnNa trug ein Lied von Whitney Houston vor. Das kam nicht so gut an. Das einzige, was sie damit erreichte, war ein Platz auf der Warteliste.

Sie versuchte sich mit ihrer Stimme auch noch auf anderen Gesangswettbewerben. Aber auch daraus wurde nichts, man hat sie abgelehnt. Die Herrschaften müssen wohl taub gewesen sein (bei AnNa´s Stimme!). Selbst ein Laie hätte erkennen können, welches Potential schon damals AnNa´s Stimme hatte und welches musikalische Talent in ihr steckte.

Nach all diesen Tiefschlägen machte AnNa eine Ausbildung als Chemielaborantin. Sollte sie etwa während dieser Ausbildung eine Formel für ihren musikalischen Werdegang entwickelt haben? Es scheint wohl der Fall gewesen zu sein. Sie entschied sich, ihren knappen Verdienst in Gesangstunden anzulegen, ein Schritt, der ihren festen Willen unterstrich, ihren musikalischen Weg unbeirrt weiter zu gehen. Nach der Ausbildung ging es dann erst einmal weiter als ungelernte Musikhändlerin. Kann es eine bessere Musikbotschafterin als AnNa geben? Gott sei Dank hat AnNa ihre Leidenschaft zur Musik und ihre hervorragende Stimme nie in eine Schublade gesperrt und den Schlüssel irgendwo im Wald vergraben.

 

Peter

Geburtsdatum: 01.07.67
Geburtsort: Neu-Delhi (Indien)

Peter wurde am 01.Juli 1967 in Neu Delhi geboren. Sein Großvater war dort als Diplomat tätig. Als er drei Jahre alt war hat seine Mutter ihn zu sich nach Hamburg geholt und später zog er mit ihr zu seinem Stiefvater nach Goslar. Sein leiblicher Vater verstarb kurz nach der Hochzeit.

Auch Peter versuchte sich schon als kleines Kind als Musiker. Mit einem Akkordeon bewaffnet hatte er seine ersten Auftritte bei den "Harzer Heimatsängern". Irgendwie muss ja jeder mal anfangen und seine ersten Versuche starten, da ist die Plattform erst einmal Nebensache.

Mit 17 Jahren arbeitet Peter sogar an einem Musical mit. Das war wohl ein erster Schritt zu sich selbst zu finden. Das Musical hieß "Justus", es handelte von einem Jungen, der aus der Wirklichkeit ausbricht und im Land der Träume seine Abenteuer besteht. Es ist nicht auszuschließen, dass sich Peter mit der Handlung dieses Musicals mehr oder weniger schon damals identifizierte, ohne dass er sich dessen bewusst war.

Mit 19 Jahren Zivildienst. Danach begann er mit einem Studium für Sozialpädagogik. Aber das war nichts für Peter und er brach es sehr schnell wieder ab. 1990 zog Peter dann mit seiner großen Liebe Ulf zusammen, mit dem er seit Juni 2002 verheiratet ist. Es hat voll gefunkt zwischen den beiden als sie sich zum ersten mal gesehen haben. Es war also die berühmte Liebe auf den ersten Blick.

Musik zu machen, das war sein Ding. Musikalisch seine Gefühle zum Ausdruck bringen, sollte seinen weiteren Lebensweg kennzeichnen. Er ging seinen Weg und was dabei heraus gekommen ist, das sehen wir heute.

Er hat den richtigen Weg genommen! Eines allerdings fehlte ihm noch um seinen Weg perfekt zu machen. Eine adäquate Sängerin - und er fand sie in AnNa. Rosenstolz ist geboren!

...und Peter...

Peter

Geburtsdatum: 01.07.67
Geburtsort: Neu-Delhi (Indien)

Peter wurde am 01.Juli 1967 in Neu Delhi geboren. Sein Großvater war dort als Diplomat tätig. Als er drei Jahre alt war hat seine Mutter ihn zu sich nach Hamburg geholt und später zog er mit ihr zu seinem Stiefvater nach Goslar. Sein leiblicher Vater verstarb kurz nach der Hochzeit.

Auch Peter versuchte sich schon als kleines Kind als Musiker. Mit einem Akkordeon bewaffnet hatte er seine ersten Auftritte bei den "Harzer Heimatsängern". Irgendwie muss ja jeder mal anfangen und seine ersten Versuche starten, da ist die Plattform erst einmal Nebensache.

Mit 17 Jahren arbeitet Peter sogar an einem Musical mit. Das war wohl ein erster Schritt zu sich selbst zu finden. Das Musical hieß "Justus", es handelte von einem Jungen, der aus der Wirklichkeit ausbricht und im Land der Träume seine Abenteuer besteht. Es ist nicht auszuschließen, dass sich Peter mit der Handlung dieses Musicals mehr oder weniger schon damals identifizierte, ohne dass er sich dessen bewusst war.

Mit 19 Jahren Zivildienst. Danach begann er mit einem Studium für Sozialpädagogik. Aber das war nichts für Peter und er brach es sehr schnell wieder ab. 1990 zog Peter dann mit seiner großen Liebe Ulf zusammen, mit dem er seit Juni 2002 verheiratet ist. Es hat voll gefunkt zwischen den beiden als sie sich zum ersten mal gesehen haben. Es war also die berühmte Liebe auf den ersten Blick.

Musik zu machen, das war sein Ding. Musikalisch seine Gefühle zum Ausdruck bringen, sollte seinen weiteren Lebensweg kennzeichnen. Er ging seinen Weg und was dabei heraus gekommen ist, das sehen wir heute.

Er hat den richtigen Weg genommen! Eines allerdings fehlte ihm noch um seinen Weg perfekt zu machen. Eine adäquate Sängerin - und er fand sie in AnNa. Rosenstolz ist geboren!

AnNa...

On the 25th of December 1969 AnNa was born. She probably inherited the singing talent because she already started singing as a child. After school she even sang at the “Berliner Lehrerensemble“. But that didn’t last for long. Who would like to sing next to his former Russian teacher? AnNa definitely didn’t. Thank god! Who knows what she would have become otherwise? Therefore a new start and: a failure! It was the entrance examination to the college of music Friedrichshain. AnNa sang a song of Whitney Houston. It didn’t go down very well. The only thing she got for that was a place on the waiting list.
She tried it with her voice on a few singing contests. But that didn’t help either; she got rejected. The ladies and gentlemen must have been deaf (you know AnNa’s voice!). Even a layperson should have realized how much potential AnNa’s voice had and what musical talent she had.
After all these failures AnNa started an apprenticeship as a chemistry lab technician. Did she maybe develop a formula for her musical career in this apprenticeship? It must have been something like that. She decided to invest the little she earned in singing lessons – a step that proved her strong will to continue on following her musical career. After the apprenticeship she worked as a music trader. Would there be a better music ambassador than AnNa? Thank god that AnNa never locked up her passion for music in a drawer and hid it in the forest!

...and Peter...

Peter was born on the 1st of July 1967 in New Delhi. His grandfather had been a diplomat there. When Peter turned three his mother took him back to Hamburg and later on moved to his stepfather in Goslar. His real father died shortly after the wedding.
Also Peter had a try with being a musician when he was young. Endowed with an accordion he had his first shows with the "Harzer Heimatsängern". Somehow everyone has to get started and has to make some attempts – the platform is in this case a minor matter.
With 17 he worked in a musical. That was probably the first step to find himself. The musical was called „Justus“ and it told the story about a boy who breaks out of reality and withstands adventures in the land of dreams. The possibility that Peter identified himself with the plot of this musical should not be ruled out – even though that probably happened unconsciously.
When he was 19 it was about time: He had his coming out as a gay man. 15 years ago! Everyone can imagine what kinds of reactions were caused by this.
After his civil service he started studying social education. But he didn’t like it and broke it off pretty soon. 1990 Peter moved together with his big love Ulf who he married in 2002. Something clicked between them when they first met. It was the famous love at first glance!
In Berlin he worked a little as a "Shampooneur" in a posh hairdresser, but it wasn’t his cup of tea to butter up famous people. Making music, that’s what he wanted to do! To express feelings via music marked his way from now on. He chose the right thing! Only one thing was missing to make things perfect: The appropriate singer - but he found her…

...become Rosenstolz

AnNa and Peter met in Berlin via friends of Peter. The outgoing AnNa and Peter, the kind of shy one. But as we all know: opposites attract. The two didn’t beat about the bush and started doing music straight away.
It’s been more than ten years now that they make music. Even though they weren’t smiled upon by success in the beginning they persistently followed their aim with a good portion of self-confidence. The result: They made pop, crazy and hot. But their music can also be romantic and melancholy. It’s music that gets under one’s skin and touches deeply. There they are again – the opposites that are magically attracted. It works! Not without reason the last five albums reached the TOP 10 of the German charts. The gold edition of "Alles Gute" got Gold for more than 300 000 sold CDs. "Kassengift" went up from 0 to number 1 and already became a gold hit after six weeks. The hit single "Es könnt ein Anfang sein" rocketed straight away to the TOP 10 of the single charts.
A permanently growing fan community, sold out concerts and placements in the TOP 10 charts show that Rosenstolz established themselves. From album to album Rosenstolz chalks up a bigger success.
A typical trademark of those two is their musical experiments and their interest in including classical elements in their songs. Their music is a proof for unconventional pop music that categorically refuses to be tied down to one direction.
The new album "Macht Liebe" blazes a trail. It shows where Rosenstolz see them selves right now and where they wanna go. The album represents their attitude. "Love life and live it as it is". They sing the way they talk because it’s better!

Rosenstolz - Das große Leben

Manche nennen es Sabbatical, andere Auszeit oder einfach nur Pause – für Rosenstolz war das vergangene Jahr lebensnotwendig. Nach 13 Jahren Musik ohne Unterbrechung, nach dem unglaublichen Erfolg von ›Herz‹ und der noch unglaublicheren Tour danach, die überhaupt kein Ende nahm, weil so viele Menschen Rosenstolz sehen wollten, nach zig Interviews und TV-Shows und noch mehr Interviews und Anfragen und Wünschen und Begeisterung und Sprachlosigkeit über all die Energie und und und... musste einfach Ruhe sein. Denn irgendwann begreift man das alles nicht mehr und muss dringend auf den Boden und in das eigene Leben zurück.

Deswegen also Rückzug. Ein Jahr lang zumindest. Raus aus allem, weg von der Bühne, rein ins Leben, fallen lassen, abstürzen und genießen. AnNa und Peter mussten sich verabschieden, um sich wieder neu zu finden. Aber jetzt be-
ginnt es von vorn, das große Leben, das einzigartig und viel zu kostbar ist, um es zu verschwenden.

Und es begann ziemlich langsam. Wie das meistens so ist, wenn man Zeit hat, über die Dinge nachzudenken. Wenn man genießt und hinterfragt. Wenn man die Leere nach dem Rausch durchwandert. Wenn man mal nicht nach vorne
drängen will, ohne nach hinten schauen zu dürfen. Ausgeruht? Oder doch eher bedacht, reflektiert? Satt? Auf keinen Fall. Da ist doch noch was. Da sind Melodien, da sind Wörter, Sätze, Bilder... ›Das bin ich. Ich bin jetzt. Ich bin hier. Ich bin ich. Das allein ist meine Schuld.‹

›Ich glaube, das ist unser privatestes Album‹, sagt Peter Plate. ›Denn in diesem Jahr konnten wir zu uns selbst zurückfinden und dann mit den neuen Liedern das erste Mal formulieren, was so wichtig ist und doch so schwer fällt – zu sagen: Ich liebe mich selbst. Mit allen Zweifeln.‹

Rosenstolz sind musikgewordene Lebenshilfe. Das waren sie schon immer und doch noch nie so souverän und kultiviert wie auf DAS GROSSE LEBEN. Niemand sonst bohrt so hartnäckig am Gefühlsnerv, niemand sonst führt so schonungslos Lebens-Tagebuch, niemand sonst hebt dich mit einem Lied so sehr auf, wenn du am Boden bist – ohne Hintergedanken, einfach so.

Und jetzt, nach einer langen Zeit der Besinnung, scheuen sie sich auch nicht, ihre Tiefen einzugestehen. Aus Schmerz erwacht Mut. Und davon haben sie den Menschen eine Menge zu geben. ›Gehör ich hier denn noch dazu, oder bin ich
längst schon draußen... Bin doch gestern erst geborn, und seit kurzem kann ich gehn, hab mein Gleichgewicht verlorn, und kann trotzdem gerade stehn!‹ Sie schreiben diese Zeilen aus der tiefsten Melancholie heraus. Selbstzweifel
in der Zeit, wo sie wieder ganz sie selbst sein dürfen, sich selbst als Mensch im Spiegel sehen und sich ihrer eigene Schwächen schmerzhaft bewusst werden.

›Wir hätten eigentlich glücklich sein können – mit den vielen Erfolgen im Rücken. Aber plötzlich fühlten wir uns ganz nackt, klein und so unendlich verletzlich. Plötzlich haben wir alles in Frage gestellt. Aber die Antwort fanden wir in uns
selbst: Wir sind, was wir sind und wer wir sind. Und dafür stehen wir!‹

›Sich selbst in Frage stellen, sich selbst nicht mehr zu lieben, sich zu vernachlässigen oder von der Liebe einfach vergessen oder gar ausgelacht zu werden... Wir haben all das gefühlt, es hat in uns gebrannt. Wir therapieren uns selbst, indem wir so viel von uns preisgeben. Sätze wie ›Ich hatte schon immer Schwierigkeiten mit dem Leben, ich hatte schon immer Schwierigkeiten das auch zuzugeben‹ hätten wir sonst nicht schreiben können.‹

Auch deshalb wird ›Anders als geplant‹ zu einem Schlüsselsong für DAS GROSSE LEBEN. Ein Lied über Freundschaft, über das Miteinander, das Füreinander da sein: ›Lass nicht los. Ich halte dir deine Hand. Lass nicht los.‹
Denn es gibt die Angst. Natürlich gibt es sie. Aber: da ist jemand, der hat die gleiche Angst wie du. Und auf einmal ist die Angst nur noch halb so groß. ›Wieso war ich traurig‹ fragt AnNa mit der letzten Zeile von ›Anders als geplant‹.
Musikgewordene Lebenshilfe, so einfach und so schön kann das sein.

DAS GROSSE LEBEN klingt wieder ganz nach Rosenstolz. Und das ist nach einem Doppelplatin-Album wie ›Herz‹ so verdammt schwer – sich zu entwickeln und zugleich sich wiederzufinden. Da sind die unwiderstehlichen Melodien, da sind Zeilen zum Mitsingen und doch ist diese Musik anders, ist neu. Alles ist akustisch, analog, richtig elegant aufgenommen. Und reduziert, sparsam, weil jedes Element so sein soll, wie es ist. Und weil es stimmig ist.

›Wir wollten irgendwie wieder ganz zurück zur Ursprünglichkeit und haben deshalb alles ganz altmodisch auf Bändern aufgenommen. Das knarrt vielleicht manchmal oder rauscht, aber es ist so warm und echt, wie wir uns unsere Musik
immer gewünscht haben. Die Musiker haben alles parallel eingespielt und AnNa dazu gesungen, um eine Live-Atmosphäre zu schaffen. Fast wie bei einem Konzert also. Es war so intensiv, dass wir emotional völlig außer Rand und Band gerieten. Und da war es uns auch plötzlich egal, dass die Texte so privat geworden sind, dass wir uns so tief in die Seele blicken lassen. Wir haben keine Angst, uns so zu zeigen, wie wir sind – mit allen Abgründen, die in uns stecken.‹

Da hört man ein wenig den Einfluß des modernen französischen Chansons. Und ›...unseren 1, 2, 3, 4-Sound‹, wie Peter das ganz besondere Rosenstolz-Pop-Gespür nennt. Und man hört die Band. Und dann spürt man schon fast das Klatschen, die Spannung, die Atmosphäre eines Live-Konzertes. DAS GROSSE LEBEN schreit nach Bühne.

Rosenstolz sind zum richtigen Zeitpunkt wieder da. Sie feiern ihr 15-jähriges Jubiläum. Und wie so oft haben sie mit ihrem Sein und ihrem Tun vorweggenommen, was dieses Land und seine Menschen erst allmählich zu leben beginnen.

DAS GROSSE LEBEN BEGINNT JETZT!
Und so nah am Leben waren Rosenstolz noch nie.

Rosenstolz Die Suche geht weiter 2008

Manchmal fehlen die Worte, um Verlangen, Verlust, Trauer und Euphorie auf den Punkt zu bringen.
Wir denken dann womöglich, dass wir allein mit unseren Gefühlen leben müssen und sehnen uns nach einem Platz, der uns Schutz gewährt. Rosenstolz berichten auf ihrem neuen Album „Die Suche geht weiter“ von diesen Plätzen. Mal eindringlich schön, einfühlsam und traurig, mal frech und unverblümt – wir besuchen mit AnNa R. und Peter Plate die verborgenen Bereiche unseres Herzens.
Wie gute Freunde lassen uns die zwölf Songs ihres elften Albums nicht einfach gehen, wenn wir eine Schulter brauchen. Sie bleiben bei uns, trösten und lachen, tanzen und schreien. In typischer Rosenstolz Manier.

„Die Suche geht weiter“ ist traurig ohne Trauer, imposant ohne Aufsatz, handgemacht, erdig und
vom Keller bis zum Giebel ein feines Stück reinste Popkunst. Was ist geschehen, dass Peter und AnNa R. dermaßen eindringlich in der Gefühlskiste wühlten?
Denn bisher war das Leben gut zu Rosenstolz. Alle Mühen des steilen Aufstiegs des Berliner Duos, das seit 1992 unermüdlich am eigenen Denkmal feilt und sukzessive eine ständig wachsende Fan-Schar um sich sammelt, wurden belohnt. Besonders 2006 war die Zeit für den großen Aufschlag. Allem voran das Rosenstolz Rekordalbum „Das große Leben,“ das in Rekordzeit Platin erreichte, ohne Unterbrechung ein Jahr lang in den Charts zu finden war, davon allein vierzig Wochen in den Top Ten, und sogar die Millionen-Grenze überschritt. Es katapultierte AnNa R. und Peter Plate endgültig an die Spitze und bescherte ihnen in der ganzen Nation volle Konzert-Arenen.

Die Single „Ich bin ich (Wir sind wir)“ hämmerte sich in jede Gehirnwindung all derer, die ein Radio bedienen können, denn hier lief der Hit zu jeder Tageszeit rauf und runter. Zusätzlich hagelte es Preise aus jeder Ecke, sei es der beliebte Echo, die Goldene Kamera oder der angesehene Fred Jay Preis. Rosenstolz waren auf dem Zenit ihres Schaffens.
Und plötzlich kam die Ernüchterung.

Denn auch Erfolg schützt nicht vor dem Endgültigen, der Trennung, dem Schmerz und schlussendlich dem Tod. Eine bitter traurige Erfahrung, die Rosenstolz durch das Ableben von Elke, Mutter von Peter Plates Lebensgefährten und Kreativ-Partner Ulf Sommer, durchlebten. Der Verlust von Elke, die schon die ersten Rosenstolz Plakate an die Bretterzäune klebte, als noch niemand etwas von ihnen wissen wollte, eine große emotionale Stütze der Band, hinterlässt eine klaffende Lücke und warf Fragen auf, die verarbeitet werden mussten. Drei Tage vor dem Start der Tour „Das große Leben“, in Zeiten von Euphorie und Jubel, erhielten Rosenstolz die Nachricht von Elkes Tod. Und nur durch Professionalität und Liebe zum Publikum fanden AnNa und Peter Kraft, das Schiff auf Kurs zu halten. Erst danach folgte endlich eine Zeit zum Durchatmen und Besinnen.

Peter und Ulf waren in Paris, als letzterer den Grundstein für das neue Album legte und den
Text zu „An einem Morgen im April“ verfasste. Ein Lied über den Abschied, Herz zerreißend persönlich, ohne aufgesetztes Pathos, nur wahrhaftige Gefühle; der Kern und leuchtende Stern von „Die Suche geht weiter.“

In schöner Rosenstolz Weise bewegt sich das Album durch unsere Gefühlswelten. „Ich bin mein Haus, bin mein Licht, ich bin der Traum, der zu mir spricht. Ich bin der Weg, auf dem ich geh, ich bin die Frage, die ich nie versteh“ singt AnNa in „Ich bin mein Haus“, dem ersten Song des Albums. Ein Lied, das Großes einleitet und es selbst darstellt. Das ist mutig. Rosenstolz wagen den nächsten Schritt und betrachten das selbst als Neubeginn.

Insgesamt zwölf Songs, die nichts auslassen, das Innere individuell nach Außen kehren und doch in einem Guss beschwören, wie es wohl nur AnNa auf ihre unverblümte Berliner Art beschreiben kann: „Wir sagen mit diesen Liedern: Wenn du dir nicht selbst in den Arsch trittst, dann tut das kein Anderer.“ Zwölf Songs, zwölf Tauchgänge in die Tiefe der Seele. „Unerwartet (Ein Fenster zum Himmel)“ „Gib mir Sonne,“ „Blaue Flecken“... schon die Titel sprechen Bände und bekunden, dass wir nicht allein sind.
Das neue Album von Rosenstolz gibt Halt, legt sich wie eine warme Decke ums Gemüt und streichelt zärtlich unsere geschundenen Herzen, um gleichzeitig aufzurütteln, wie es Peter in „Irgendwo dazwischen“ selbstbewusst demonstriert. Kein Platz für Monotonie im Lande Rosenstolz.
Wie formulierte Peters Bruder Sebastian nach dem Hören von „Die Suche geht weiter“ noch so schön? „Das Große Leben war: Hier steh ich. Das neue Album ist: Jetzt geh’ ich.“

HÖRT IN DIE LIVE-MAXI REIN!

Ab sofort könnt' Ihr auch in die Live-Aufnahmen von "Schlampenfieber (Hochschulversion)" und "Wenn du aufwachst" reinhören.

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